Pflicht zur Ausbuchung von umsatzlosen Konten

 

Dornröschen

19.06.2014 In manchen Kreditinstituten werden Konten, die lange Zeit vom Kunden nicht mehr verwendet wurden, liebevoll als Dornröschen-Konten bezeichnet. Die Konten schlummern.

 

Im Märchen war der Weg zu Dornröschen mühsam und beschwerlich. Zu den Dornröschen-Konten hingegen kommt man über eine einfache Selektion im Kernbanksystem meistens leichter. Sparkassen nutzen dazu IDV-Office-Abfragen.




 

Weit schwieriger für den Banker als für den Prinzen ist hingegen der Umgang mit Dornröschen. Denn nach einiger Zeit ohne Buchung auf dem Dornröschen-Konto muß die Bank davon ausgehen, dass die Verbindlichkeit nicht mehr eingefordert wird.

 

Handelt es sich bei dem Konto um ein Sparbuch oder eine vergleichbare Geldanlage, dürfen diese Konten im Allgmeinen nach spätestens 30 Jahren nicht mehr als Kundeneinlagen in der Bilanz dargestellt werden. Die Konsequenz muß ein gewinnwirksames Ausbuchen des jeweiligen Kontos sein.

 

Als rechtliche Grundlagen können die beiden folgenden Quellen herangezogen werden:

  1. Das BMF-Schreiben vom 26.11.1990 an den Zentralen Kreditausschuß
  2. Das BFH-Urteil vom 27.03.1996 I R 3/95

Daraus geht eindeutig hervor,

  1. dass Verbindlichkeiten, und damit auch Sparkonten, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichtkeit nicht mehr geltend gemacht werden, nicht mehr passiviert werden dürfen
  2. dass die regelmäßig von Betriebsprüfern angenommenen Zeiträume von 30 Jahren Umsatzlosigkeit bis zur GuV-wirksamen Vereinnahmung vom BFH nicht zu beanstanden sind.

Beide Unterlagen liegen Schallcon Business Solutions vor. Sprechen Sie uns an.